Zinserhöhungen: Lohnt sich Tagesgeld und Festgeld bald wieder?

Wer auf der Suche nach aktuell wirklich gut verzinsten Anlageformen mit recht geringem Risiko ist, sieht sich einem Dilemma ausgeliefert, denn selbst Tagesgeldangebote mit 1,5 % Verzinsung ist unter dem Strich eine Nullnummer, denn bei einer ähnlich hohen Inflationsrate (derzeit 1%) bleibt vom Ersparten nebst Zinsertrag leider nicht viel übrig. Zudem bieten bis dato nur wenige Banken überhaupt Zinsen von 1 Prozent für ein Tagesgeldkonto an. Ausnahmen bilden jetzt Cortal Consors, die ING-DIBA sowie die Renault Direct Bank, welche exakt die bereits genannten 1,5 Prozent Verzinsung bieten. In der aktuellen Niedrigzins-Phase schon ein Highlight. Manko aber leider auch hier, das dieses Zinsniveau beim Tagesgeld ediglich für Neukunden gilt – und zwar bei allen genannten Banken.

Dass es schlechter geht, zeigt mal wieder die Comdirect Bank, denn Sie bietet lediglich 0,63 Prozent Verzinsung auf das von Ihr angebotene Tagesgeldkonto. Also deutlich weniger als die Hälfte dessen, was die Konkurrenz bietet.

Interessant ist die aktuelle Entwicklung bei den Festgeldkonten, wo insbesondere die Institute auffallen, die bisher wohl eher nicht im Fokus interessierter Anleger stehen. So bietet die bereits bei den Tagesgeldangeboten auftrumpfende Renault Direkt Bank bei Ihrem Festgeldkonto satte 2,10 Prozent bei einer Laufzeit von 3 Jahren an. Ebenfalls empfehlenswert ist das Angebot der türkischen Vakif-Bank, welche mit einem Zinssatz von 1,91 Prozent potentielle Anleger locken möchte. Knapp dahinter folgt mit Amsterdam Trade Bank, Deniz-Bank und GarantiBank eine Dreiergruppe mit jeweils 1,9 Prozent. Schlusslicht ist mit 1,85 Prozent die niederländische NIBC Direkt.

Die Frage ist, ob die Tatsache, dass einige Direktbanken sowohl beim Tagesgeld als auch Festgeld die Zinsen erhöhen, als eine Art Trendwende bei den beiden Anlageformen betrachtet werden kann? Sigrid Herbst von der FMH Finanzberatung übt sich hier noch in Zurückhaltung: „Um wirklich von einer Trendwende sprechen zu können, ist es leider noch zu früh. Wenn die Direktbanken aber anfangen, bessere Konditionen zu bieten, dürften es andere Banken schwerer haben, Zinsen zu senken.“ Daraus lässt sich schließen, dass zumindest dem Abwärtstrend bei Zinsen endlich Einhalt geboten wird.

Letztendlich muss ein Anleger die Entscheidung jedoch selbst treffen, welche Anlageform er wählt, denn sowohl beim Tages- als auch Festgeld sind Zinsprognosen kritisch zu betrachten. Wer eine gute renditestarke Anlage sucht, der sollte sein einzusetzendes Kapital entsprechend streuen.

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