Schneller Preisverfall bei Smartphones, Tablets und Co. – Unerwartet?

Ein Freund von Statistiken bin ich ja ohnehin nicht und so schenke ich diesem „Analyseverhalten“ auch nicht wirklich viel Beachtung, aber so gelegentlich trudeln auf meinen Schreibtisch eben jene Statistischen Auswertungen ein und sorgen dann für ein entsprechendes Kopfschütteln. Worum geht es? Da nehme man sich einfach mal so, die folgende „Schlagzeile“: „Die Preise für mobile Endgeräte erfahren momentan eine Entwicklung, die Experten so nicht vorhergesehen haben.“ So? Ist das wirklich so unerwartet?

Mitnichten und um das zu erkennen, bedarf es meiner Meinung alles andere als den Expertenstatus eines Unternehmens wie Gartner, die zu dieser Erkenntnis kamen. Fakt ist und das ist für uns Otto Normalverbraucher zweifelsohne erkennbar, dass der Markt für mobile Endgeräte wie Smartphones, Tablets etc. kontinuierlich wächst – und zwar sowohl beim Angebot als auch bei der Nachfrage. Seit Jahren können wir beobachten wie in immer kürzeren Zeitabständen neue und technisch weiterentwickelte Smartphones auf den Markt kommen. Betrug vor einigen Jahren die technische Aktualität eines Smartphones im Durchschnitt noch 12-18 Monate, so beträgt sie heute max. 9 -12 Monate. Hatten Hersteller früher max. 4-5 verschiedene Handytypen im Markt, so sind es heut oft ein Vielfaches – insbesondere Samsung sticht hier mit seinem extrem breiten Sortiment hervor.

Und so passiert was? Wenn das Geräte-Angebot den Bedarf des Marktes stark übersteigt, dann ist damit nach einfachsten marktwirtschaftlichen Regeln ein negativer Einfluss auf die Preisgestaltung verbunden. Ist ein Großteil der im Markt verfügbaren Geräte technisch vergleichbar, entscheidet der Kunde über den Preis für einen Kauf oder nicht! Um also konkurrenzfähig zu bleiben – sprich Absatz zu haben – begibt man sich als Hersteller zwangsweise in die sich nach unten drehende Preisspirale. Klingt logisch – oder? Und ist nicht erst mit dem Smartphone-Boom erkennbar! Blicken wir zurück auf die Entwicklung bei den Flachbildfernsehern, so erkennen wir hier denselben Preisverfall! Viele weitere Beispiele könnten genannt werden, aber ich denke, das wird jeder für sich selbst erkennen. Wozu bedarf es dann einer teuren Studie / Marktanalyse eines Gartner Institutes?

Auch wenn Sie sich als Leser dieses Artikels nun die Frage stellen, warum ich mich hier über diese Gartner Studie so aufrege, so sei hierauf einfach geantwortet, das sich die Gartner-Leute für diesen Mist, der sich Studie und wirtschaftliche Prognose nennt, von vielen Menschen gut bezahlen lassen. Insofern lasse ich mich gern als sogenannter Wutbürger titulieren.

Ach so – Gartner und die Erkenntnisse der „Studie“ zusammengefasst: Für das laufende Jahr wird von der Analysefirma Gartner ein weltweiter Umsatz mit Smartphones, Tablets und Notebooks in Höhe von 685 Milliarden Dollar erwartet. Die Erwartungen aus dem Januar 2014 lagen mit 697 Milliarden Dollar noch deutlich höher. Der Vizepräsident von Gartner, Richard Gordon, erklärt gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass die 12 Milliarden Dollar Differenz aus einem starken Preisverfall resultiert. Die Durchschnitts-Handypreise hätten eine schnellere Entwicklung hingelegt als erwartet.

Heutzutage hätten günstige Notebooks und Smartphones nahezu dieselben Funktionalitäten wie teurere Geräte, wodurch die Handypreise eine Entwicklung nach unten erfahren. Auf dem sich immer rasanter entwickelnden Massenmarkt entschieden sich immer mehr Menschen eher für günstige Geräte. Aufgrund dieses Trends hat Gartner auch seine Prognose für die gesamten IT-Ausgaben um 28 Milliarden Dollar gesenkt.

Fazit: DAS sind echte Neuigkeiten, die überraschen…..oder?

Wir freuen uns auf deinen Kommentar!