Flugportale ignorieren oft neue EU-Verbraucherrichtlinie

Mit dem 13. Juni 2014 sollte alles besser werden: An diesem Tag ist die neue EU-Verbraucherrichtlinie in Kraft getreten, die für mehr Preistransparenz bei der Buchung von Flügen im Internet sorgen soll. Aufschläge auf den Reisepreis, die erst während des Bezahlvorgangs sichtbar werden, sind demnach nicht mehr zulässig. Doch längst nicht alle Onlineportale befolgen diese Regelung bereits.

Aufschläge von bis zu 30 Prozent

Sechs von insgesamt 14 getesteten Flugportale kamen bei der Bewertung durch eine Fachzeitschrift nicht über ein „mangelhaft“ hinaus, zwei Portale schnitten mit „ausreichend“ ab, eins kam auf die Endnote „befriedigend“. Nur ein Anbieter im Feld erreichte die Note „sehr gut“, vier Portale schnitten „gut“ ab. Im Test verteuerten sich auf innereuropäischen Flügen die Flugpreise durch Zusatzgebühren um bis zu bemerkenswerte 30 Prozent, auf der Fernstrecke um bis zu zehn Prozent. Ein Flug nach Sydney, zunächst mit 1.286 Euro angegeben, sollte so am Ende 1.418 Euro kosten. Der Anteil der Kreditkartengebühr betrug allein 116 Euro, zusätzlich wurde eine Servicegebühr von 16 Euro erhoben.

Auf Kurzstreckenflügen macht der Anteil der zusätzlich in Rechnung gestellten Bezahlgebühren bis zu 30 Prozent aus.

Gebühren für das Bezahlen

Die EU-Verordnung gibt vor, dass seitens der Flugportale mindestens ein Zahlungsmittel gebührenfrei angeboten werden muss. Das hat jedoch dazu geführt, dass viele Betreiber der Flugportale Kredit-, Debit- und Prepaid-Karten ohne Aufpreis anbieten, die hierzulande kaum verbreitet sind. Bei Zahlung mit herkömmlichen Kreditkarten wie Visa oder Mastercard indes werden vielfach überhöhte Gebühren verlangt. Neben Kreditkartengebühren stellen die Flugportale zusätzlich eine Servicegebühr in Rechnung. Der EU-Verbraucherrichtlinie entsprechend darf ein Online-Händler, wozu eben auch die Flugportale gehören, seinen Kunden nur noch Bezahlgebühren in Rechnung stellen, die dem Unternehmen auch tatsächlich entstehen. Verbrauchern ist angeraten, aus der Buchung auszusteigen, wenn die Bezahlgebühren in keinem Verhältnis zum Flugpreis stehen.

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