Die SCHUFA weiss alles! Und einige andere „leider“ auch…

Keine Frage: Wer in Deutschland irgendetwas „auf Pump“ – sprich: kreditfinanziert – käuflich erwerben möchte, der willigt „fast automatisiert“ der sogenannten SCHUFA- Abfrage zu. Mithilfe dieser SCHUFA-Abfrage bekommt dann das kreditgewährende Unternehmen eine Information darüber, ob man als Kunde mit Finanzierungs- eg. Kreditwunsch über eine sogenannte positive Bonität verfügt, also kreditwürdig ist, oder nicht! Fällt die Information seitens der SCHUFA negativ aus, dann war es das mit dem gewünschten Kredit beziehungsweise „Kauf auf Pump“. Eben diese Wiesbadener Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, weitläufig als SCHUFA bekannt, ist in unserer Konsumgesellschaft allgegenwärtig und subjektiv betrachtet vielleicht auch allwissend. Wer aber der Meinung ist, dass sich Unternehmen einzig der SCHUFA als Auskunftsquelle bedienen – weit gefehlt! Denn das Geschäft mit unseren Daten ist einträglich und so haben sich neben der SCHUFA noch einige andere Unternehmen diesem „Auskunftsgeschäft“ gewidmet. Wir stellen die wichtigsten Unternehmen vor >>

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Zweifelsohne ist die SCHUFA mit Ihrem Datenbestand von knapp 66,2 Millionen Privatpersonen und einem daraus resultierenden Marktanteil von knapp 90 % laut eigenen Angaben die groessste „Institution“ im Bereich Verarbeitung von Bonitätsdaten und der Erstellung sogenannter Kreditscores / Bonitätsscores. Daraus ergibt sich, dass kaum eine Bank, Energieunternehmen, Retailer (MediaMarkt / Saturn/ Amazon etc.), Telekommunikation etc.   nicht die jeweiligen Kundeninformationen vor Vertragsabschluss – insbesondere bei Finanzierungen – bei der Schufa anfragt. Was allerdings viele Verbraucher nicht wissen, ist die Tatsache, das zusätzlich zur SCHUFA-Anfrage auch Informationen anderer Auskunfteien abgerufen werden. Genau das gilt es stets im Kopf zu haben ! Warum, dazu kommen wir am Ende des Artikels!

Schauen wir uns jedoch zuerst an, wer neben der SCHUFA noch im Auskunftsmarkt aktiv ist:

Creditreform Boniversum GmbH

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Mit Informationen zu 55 Millionen Privatpersonen verfügt die 1879 gegründete Wirtschaftsauskunftei Creditreform Boniversum GmbH unter den Auskunfteien über den zweitgrößten Datenbestand. Die zusätzlichen Informationen zu 4,9 Millionen deutschen Unternehmen machen Creditreform jedoch zur größten Unternehmensdatenbank Deutschlands. Anders als bei der SCHUFA sind Unternehmen, beispielsweise Banken, nicht Kunden der Auskunftei sondern Mitglieder eines lokalen Creditreform-Vereines.

Die Kreditwürdigkeit einer Privatperson wird bei Creditreform, ebenso wie bei der SCHUFA, in einem prozentualen Wahrscheinlichkeitswert, dem „Bonitätsindex“ eingestuft, der zwischen 100 und 600 Punkte betragen kann – je besser die Bonität eines Verbrauchers, desto höher ist sein Indexwert. Informationen über einen Verbraucher werden bei Creditreform ebenfalls in Positiv- und Negativinformationen unterteilt. besonders zu beachten: Die Creditreform auch sogenannte Geodaten in die Bonitätsbewertung eines Verbrauchers ein. Mehr Informationen zur Creditreform hier >> Creditreform

Arvato Infoscore GmbH

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Die Arvato Infoscore GmbH ist eine Tochterfirma des deutschen Bertelsmann Konzernes und mit Informationen von 7,8 Millionen deutscher Bundesbürger (Stand 2010) eine vergleichsweise kleine Auskunftei. Arvato Infoscore bezieht die Informationen, die zur Bonitätsbewertung eines Verbrauchers gespeichert werden unter anderem aus Produkten anderer Konzernbereiche, darunter beispielsweise DeutschlandCard oder Webmiles. Darüber hinaus bezieht die Auskunftei Informationen aus Schuldnerverzeichnissen, Amts- und Insolvenzgerichten.

Anders als SCHUFA und Creditreform speichert Arvato Infoscore über einen Verbraucher neben persönlichen Informationen zu Name, Anschrift und Geburtsdatum nur sogenannte Negativmerkmale. Auch Arvato berechnet die Kreditwürdigkeit eines Verbrauchers mittels statistischer Verfahren und stuft diese, je nach Bonität, auf einer Skala zwischen 400 und 700 Punkten ein. Mehr zur Arvato InfoScore hier >> Arvato Infoscore 

Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH

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Seit knapp 130 Jahren sammelt die Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH Informationen über Unternehmen und Privatpersonen im In- und Ausland. Eigentümer des Unternehmens sind die Allianz Gruppe und die EOS Holding, Tochterfirma der Otto Group. Informationen über Verbraucher und Firmen erhält die Bürgel GmbH genau wie Arvato Infoscore unter anderem aus Schuldnerverzeichnissen sowie Amt- und Insolvenzgerichten.

Unternehmen und Banken haben bei der Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH die Option, je nach Interesse und Art des Geschäftes verschiedene Bonitätsauskünfte anzufordern. Die Einschätzung eines möglichen Zahlungsausfalles wird beim Bürgel Score aus gespeicherten Positiv- und Negativinformationen mit einer Punktzahl zwischen 1,0 und 6,0 bewertet, wobei ein niedriger Wert eine sehr gute Bonität bescheinigt. Mehr zu Bürgel Wirtschaftsinformationen hier >> Bürgel Wirtschaftsinformationen

Fazit: Kommen wir nun also zurück zu dem Punkt, warum wir diesen Artikel verfasst haben: Wer einmal in der SCHUFA mit einem sogenannten Negativmerkmal gelistet war und versucht hat, dann mittels entsprechender Beleg seinen Eintrag zu löschen, weiss das dies ein ungemein langwieriges und sehr nervenaufreibendes Verfahren sein kann. Wer dies dann einmal erfolgreich durch exerziert hat und dann glaubt ein für allemal wieder aus Sicht der Wirtschaftauskunfteien eine weisse Weste zu haben, der ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf dem Holzweg. Denn die Realität ist, dass sehr viele Unternehmen eben nicht nur SCHUFA Partner sind, sonder eben auch in geschäftlichen Verbindungen mit den hier genannten Auskunfteien stehen. Klartext: Selbst wenn man nach einem entsprechende Löschungsantrag bei der SCHUFA erfolgreich war, so ist dann auf jeden Fall noch zu empfehlen, sich bei all den genannten Auskunfteien hinsichtlich möglicher eigener Negativeinträge „schlau“ zu machen und auch hier eine Bereinigung beziehungsweise Aktualisierung der eigenen Daten einzufordern!

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