Der Betrug mit Kreditkarten – ein rückläufiges „Geschäft“?

Zugegeben – die Überschrift ist gewagt, aber durchaus fundiert, aber nicht im eigentlichen Sinne! Zieht man die aktuelle Kriminalstatistik zu Rate, so stellt man tatsächlich im Jahre 2013 einen Rückgang bei den registrierten Fällen von Kreditkartenbetrug, immerhin 8000 Vorgänge, von 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr fest. Daraus ließe sich vielleicht schließen, dass die Kreditkartensysteme sicherer geworden sind oder gar die Aufklärungsquote der Polizei sehr hoch ist und somit eine abschreckende Wirkung hat. Mitnichten, denn die Statistik hat eine schwarze Kehrseite! Bei den sogenannten Debitkarten ohne PIN-Eingabe (Lastschriftverfahren) stieg nämlich die Betrugsrate immens: Mehr als sechs Prozent Steigerung im Jahre 2013 im Vergleich zum Vorjahr auf somit insgesamt knapp 16.500 Vorgänge!


So zweideutig die Zahlen der Statistik sind, so ist doch dem Ganzen etwas Positives angehaftet, denn die Aufklärungsquote beim Kreditkartenbetrug erreichte mit 3,2 Prozent auf nunmehr 41,1 Prozent Aufklärungsquote eine beachtliche Steigerung. Interessant hingegen ist, dass die Aufklärungsquote bei den Debitkarten mit PIN Eingabe mit 0,9 Prozent Verlust auf nunmehr nur 36,4 Prozent rückläufig ist. Bei Kreditkarten lag die Aufklärungsquote mit 37,2 Prozent um 0,7 Prozentpunkte über dem Wert von 2012. Die polizeiliche Kriminalstatistik erfasst dabei sowohl der Polizei bekannte Straftaten sowie auch alle strafbaren Versuche.

Erschreckend ist das im gesamten Bereich der Cyberkriminalität die Aufklärungsquote im vergangenen Jahr von 17,5 Prozent auf 9,2 Prozent extrem gesunken ist – gemessen an etwa 64.000 Betrugsfällen, was in etwa dem Wert von 2012 entspricht. Hier ist klar erkennbar, dass die Gefahr der Cyberkriminalität rasant zunimmt. Grund hierfür ist die zunehmende Nutzung elektronischer Geräte und Software sowie dem nachwievor fahrlässigen Umgang mit persönlichen Daten im Internet – insbesondere bei der Nutzung sozialer Medien. Doch muss auch gesagt werden, dass die Cyberkriminellen zunehmend professioneller agieren und im Grunde dem Rest der Gesellschaft, welche zum Ziel erkoren wurde, einen deutlichen Schritt voraus sind.

Mittlerweile geben führende Köpfe der Sicherheits-Software mehr oder weniger offen zu, dass Sie der rasanten Entwicklung krimineller Machenschaften im Internet wie eben dem Kreditkartenbetrug – oftmals verursacht durch Phishing Mail, Trojaner etc. – machtlos gegenüber stehen. Reaktionen seitens Unternehmen wie McAfee erfolgen oftmals erst dann, wenn der Schaden schon beträchtliche Ausmasse angenommen hat.
Dazu mal eine beeindruckende Zahl welche finanzielle Dimensionen die Cyberkriminalität angenommen hat: Die jährlichen Kosten durch Cyberkriminalität betragen aktuell weltweit rund 445 Milliarden US-Dollar (rund 327 Milliarden Euro). Allein in Deutschland beträgt der Schaden durch Cyberkriminalität jedes Jahr rund 1,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes!

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